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Geschichte der Raiffeisen RegionalBank zurück

... in St. Johann in Tirol

Das Ende des 19. Jahrhunderts war durch die wirtschaftliche Not gekennzeichnet, die sich auch in der Landbevölkerung, im Kreise der Bauern, der kleinen Handwerker, Arbeiter und Tagwerker bemerkbar machte. Nach dem Vorbild von Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818 - 1888) griffen beherzte und weitblickende Männer auch in der Marktgemeinde St. Johann in Tirol zur Selbsthilfe auf Gegenseitigkeit, um den "Wucherzinsen" privater Geldverleiher entgegenzuwirken.

Das geschah im Jahre ...

      1890
Am 23. November 1890 wurde ein "Spar- und Darlehenskassenverein" für St. Johann in Tirol gegründet. 

Mitglieder des Aktionskomitees zur Gründung des "Spar- und Darlehenskassenverein":

Wörgetter Peter, Götschenbauer
Wieshofer Johann, Realitätenbesitzer
Fischer Nikolaus, Saming
Ginsberger Josef, Steinerbach/Oberndorf
Stöckl Johann, Höllererbauer/Oberndorf
Reiter Simon, Lampererwirt
Brugger Bartlmä, Frickingböckbauer
Gapp Josef, Oberlehrer

Aus den Wahlen gingen folgende Personen und ihre Ämter (in Klammer die Dauer der Funktion) hevor:

Obmann: Johann Wieshofer (1890-1911)
Obmann-Stellvertreter: Peter Wörgetter (1890-1902)
Vorstandsmitglieder: Josef Ginsberger, Johann Egger und Bartlmä Brugger
Aufsichtsratsvorsitzender: Dekan Johann Grander (1891 - 1902) 
Aufsichtsratsmitglied: Nikolaus Fischer
Zahlmeister: Josef Gapp

Die ideellen Beweggründe und wirtschaftlichen Ziele der Männer, die sich 1890 zu gemeinsamer Tat zusammenfanden, werden am deutlichsten erkennbar, wenn man sich den Paragraph 2 des alten Status betrachtet: "Der Verein bezweckt, die Verhältnisse seiner Mitglieder in sittlicher und materieller Beziehung zu verbessern, indem er besonders a) seinen Mitgliedern zu ihrem Wirtschafts- und Geschäftsbetriebe nach Maßgabe ihrer Kreditfähigkeit und Kreditwürdigkeit, sowie des wirklichen Erfordernisses Darlehen gewährt und die hierzu notwendigen Geldmittel unter gemeinschaftlicher Haftung beschafft; b) durch Annahme von Spareinlagen Gelegenheit gibt, müßig liegende Gelder verzinslich anzulegen; c) die Bildung von Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften im Vereinsgebiete zu fördern versucht."
                                                                                   

      1914
       - 
    1924

 


Bis nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Institut als "Sonntagskasse" geführt. Meistens war der Schuldirektor der Zahlmeister. Das Ende des Ersten Weltkrieges und der Zerfall der Österreich-Ungarischen Monarchie 1918 hatte eine schwere Inflation und den Zusammenbruch der Kronenwährung zur Folge. Ähnlich wie in anderen Gemeinden musste 1921 zur Linderung der herrschenden Geldnot ein eigenes Notgeld für St. Johann gedruckt werden. Die Währungsreform von 1924 brachte dann die neue Währung "Schilling" mit einem Umrechnungskurs von 10.000,00 Kronen für 1 Schilling.
                                                                       

 

    1934       


Mit dem Kauf des Bankgebäudes am heutigen Platz in der Speckbacherstraße im Jahr 1934 erfolgte auch die Umorganisation der alten "Sonntagskasse" in einen täglichen Geschäftsbetrieb.

                                 

      1958
  


Dieses Gebäude wurde im Jahr 1958 abgerissen und durch einen neuen, von Architekt Brunnschmid geplanten, zeitgemäßen Neubau ersetzt. Damals waren vier Mitarbeiter beschäftigt und verwalteten eine Bilanzsumme von rund 20 Millionen Schilling.

Der Nahme "Spar- und Darlehenskasse St. Johann in Tirol" blieb bis 1960 erhalten. Erst zu diesem Zeitpunkt erfolgte die Umbenennung in "Raiffeisenkasse St. Johann i.T." Nachdem der Geschäftsbetrieb rapide zunahm, wurde bereits im Jahr 1968 das bestehende Bankgebäude erweitert (so etwa der Umbau der Schalterhalle).     

                                 

      1966


Mit der Eröffnung der Bankfiliale in Oberndorf im Jahr 1966 wurde unseren Kunden die Möglichkeit geboten, zur Erledigung ihrer Bankgeschäfte nicht mehr den Weg nach St. Johann machen zu müssen. Seit 1966 lautete der Firmenwortlaut auf "Raiffeisenkasse St. Johann in Tirol und Oberndorf". 
1967 wurde die "Schalterhalle" in St. Johann umgebaut.
                                                                                     

      1991
        -
     1992















     1999


Ein weiterer Schritt in die Zukunft wurde in den Jahren 1991/92 gesetzt. Aufgrund der ständigen Ausweitung des Geschäftsbetriebes in den vergangenen Jahren war ein Neubau des Bankgebäudes nach 34 Jahren notwendig geworden. Das alte Gebäude wurde im Juli 1991 abgetragen und der gesamte Bankbetrieb in die "alte Volksschule" in der Bahnhofstraße übersiedelt. Im Oktober 1992 öffnete ein neues, den gehobenen Ansprüchen der modernen Zeit entsprechendes und von Architekt Magerle geplantes, Bankgebäude seine Pforten.

                                          

Ende der 90er Jahre wurde auch die Bankstelle Oberndorf baulich erneuert.

                                        

      2000
In der Generalversammlung vom 12. Mai 2000 wurde die Fusion mit der Raiffeisenbank Fieberbrunn-St. Jakob-Hochfilzen zur Raiffeisen RegionalBank Fieberbrunn - St. Johann in Tirol (RRB) beschlossen.

Fotonachweis: Bilder entnommen aus dem Buch "St. Johanner Originale" (2002) von Werner Mitterer sowie Aufnahme von Markus Mitterer, Kitzbühel.